Archiv für die Kategorie ‘Presse’

Plädoyer Markus C. Kerber – “Der ESM ist kein Stabilitätsmechanismus, sondern eine Hydra”

12. Juni 2013 | von Die Redaktion

„Der ESM ist kein Stabilisierungsmechanismus sondern eine Hydra.“

Wie EZB und ESM die Regeln ihrer Tätigkeit umschreiben und sich
vom Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12.9.2012 – bislang
unbemerkt und sanktionslos – dispensieren

Markus C. Kerber

I. Die verfassungsrechtliche Prüfung des Fiskalvertragsgesetzes sowie der von unseren Beschwerdeführern inkriminierten „Verordnung zur Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte“2 kann im Interesse der gebotenen Kürze getrost der punktuellen Erörterung im Verlauf der mündlichen Verhandlung vorbehalten bleiben.

Denn die Anwendung bzw. Nichtanwendung dieser Normen veranschaulicht den Verfall der Stabilitätskultur in der Währungsunion. Nachdem der Fiskalvertrag als Quantensprung zur Haushaltskonsolidierung in Berlin gefeiert und in Paris zähneknirschend hingenommen wurde, meldet sich die zweitgrößte Volkswirtschaft in Europa, also Frankreich, regierungsamtlich von strengen Fiskalregeln als auch freundlichen Konsolidierungsempfehlungen ab. Die Chance, die fiskalischen Gleichgewichte kraft Fiskalvertrag wiederzugewinnen, ist damit vertan worden. Stattdessen richten sich die Begehrlichkeiten von Ländern wie Frankreich, die bislang Sanierungsprogramme – freiwillig oder als Konditionalität – ablehnen, auf den ESM. Sie wollen den ESM dazu nutzen, die Mühsal der Sanierung ihrer Finanzen – noch dazu unter Aufsicht – zu vermeiden.

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Interview mit Prof. Markus C. Kerber “Karlsruhe 12.06.2013″

12. Juni 2013 | von Die Redaktion

1. Heute Vormittag hat Professor Sinn das OMT-Programm als Versicherungsmechanismus bezeichnet. Teilen Sie seine Auffassung und können Sie dies unserer Lesern erklären?

Die beeindruckende Darstellung von Herrn Sinn hat dem Bundesverfassungsgericht unmissverständlich deutlich gemacht, dass die EZB mit dem OMT-Programm für Länder, die Schwierigkeiten haben, aber noch am Markt sind, wie ein Vollkaskoversicherer auftritt. Sie versichert gratis (zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger der Starkwährungsländer) das Ausfallrisiko für Anleihen der Südländer. Dies geschieht, weil sie nicht nur unbeschränkt kauft, sondern wie ein Marktmacher für Länder mit fragiler Bonität auftritt. 

Das, was Herr Sinn nicht mehr geschafft hat zu erwähnen, ist, die dadurch eintretende Wettbewerbsverfälschung. Bereits die Ankündigung eines OMT-Programmes hat die Spreads zwischen Ländern mit guter und schlechter Bonität nahezu beseitigt. Frankreich mit 11% Arbeitslosigkeit – ungebrochener Verschuldungsdynamik und struktureller Wettbewerbsschwäche bekommt zu den gleichen Konditionen Kredit wie Deutschland. Verdienstvoll ist auch der Hinweis von Herrn Sinn auf das scheinbar vergessene Stabilitätsversprechen gegenüber den Sparern. Denn mit normalen Sparprodukten kann man in einer Zeit negativer Realzinsen sein Geldvermögen nicht einmal erhalten.  Link zum Artikel

Sinn, Fuest, Kerber & Co.: Ökonomen kritisieren vor Gericht den EZB-Kurs

12. Juni 2013 | von Die Redaktion

Mit deutlicher Kritik am Krisen-Kurs der Europäischen Zentralbank haben Ökonomen die Notenbank vor dem Bundesverfassungsgericht in Bedrängnis gebracht. Die Retterei sei “außerordentlich gefährlich”.

Bundesverfassungsgericht verhandelt über Euro-Rettungsschirm ESM

Das Bundesverfassungsgericht hat am zweiten Verhandlungstag über die Klagen gegen die Euro-Rettungspolitik den Plan der Europäischen Zentralbank erneut auf den Prüfstand gestellt. Zum Auftakt der Expertenanhörung stellte Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle die Frage, ob die EZB mit den Bedingungen zum Anleihe-Kaufprogramm wirksam die Geldpolitik gegen die Fiskalpolitik abgrenze. “Wir haben gelernt, die Abgrenzung ist sehr schwierig”, sagte Voßkuhle am Mittwoch in Karlsruhe. Doch die Vorsichtsmaßnahmen der EZB könnten die Waage stärker zur Seite der Geldpolitik neigen lassen. (weiterlesen …)

Il giorno del giudizio sull’euro

12. Juni 2013 | von Die Redaktion

di 12/06/2013 – Gli avversari della moneta unica sperano in una bocciatura dell’intervento che ha fermato la crisi finanziaria dei paesi in recessione

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E’ il giorno della resa dei conto dell’euro. La Corte costituzionale tedesca sta esaminando la legittimità del programma Omt della Banca centrale europea, che ha stabilizzato i mercati finanziari. I nemici della moneta unica sperano però in una sentenza storica, che possa incrinare, se non pensionare, lo stesso progetto dell’unione valutaria europea. (weiterlesen …)

Euro-Kläger Kerber im Interview “Die EZB verhält sich wie ein Diktator”

12. Juni 2013 | von Die Redaktion

von Malte Fischer

Der Euro-Kläger Markus C. Kerber geißelt die Anleihekäufe der EZB als monetäre Staatsfinanzierung. Die Verfassungsrichter könnten der Bundesbank Argumente liefern, sich den Käufen zu verweigern.

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Professor Kerber, die Verfassungsrichter haben sich bei der mündlichen Verhandlung viel Zeit für die Anhörung der Klägeranwälte und der Sachverständigen genommen. Haben die Nachfragen der Richter erkennen lassen, wie sie zu den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen?

Kerber: Die Richter haben Herrn  Asmussen, den Vertreter der EZB,  eindringlich und kritisch gefragt, welche Folgen die Anleihekäufe für die Stabilität der Preise haben, welche Belastungen von ihnen für den  Bundeshaushalt ausgehen und welche Folgen sie für die Glaubwürdigkeit der europäischen Geldpolitik haben. Anders als im Ersturteil zum Euro-Rettungsschirm ESM vom September vergangenen Jahres ging es auch um das Zusammenspiel zwischen ESM und EZB.  Der ESM kann auf dem Primärmarkt Anleihen direkt von den  Krisenländern kaufen und diese anschließend auf dem Sekundärmarkt an die EZB weiterverkaufen. (weiterlesen …)

Anhörung vor dem Bundesverfassungsgericht “Ungeahnte Haftungsfolgen für Deutschland”

12. Juni 2013 | von Die Redaktion

Der Berliner Finanzwissenschaftler Markus C. Kerber gehört zu den Klägern vor dem Bundesverfassungsgericht. Ausschnitte aus seinem Plädoyer.

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Das Bundesverfassungsgericht nimmt die Euro-Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank unter die Lupe. Die Die Kläger sehen durch das angekündigte Kaufprogramm für Staatsanleihen kriselnder Euro-Staaten das Mandat der EZB klar überschritten. Einer von ihnen ist der renommierte Berliner Rechts- und Finanzwissenschaftler Markus C. Kerber. WirtschaftsWoche Online veröffentlicht Auszüge aus seinem Plädoyer. (weiterlesen …)

La Cour constitutionnelle allemande contrôle le “bazooka” de la BCE

12. Juni 2013 | von Die Redaktion

Les sages de Karlsruhe tiennent deux jours d’auditions publiques sur le programme de rachat de dette publique présenté par l’institution de Francfort.

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Par

C’était en juillet 2012. En déclarant devant des investisseurs anglo-saxons que la Banque centrale européenne ferait tout pour sauver l’euro, Mario Draghi, son président, réussissait à calmer la hausse des taux d’intérêt réclamée sur les marchés financiers pour financer la dette des pays du Sud. D’autant que le 6 septembre, sa promesse devenait concrète avec l’annonce d’un programme de rachats potentiellement illimités d’obligations à rembourser dans les trois ans maximum, au cas où un pays en ferait la demande.

Un programme dit “OMT” uniquement destiné au marché de la revente sur les marchés des titres déjà émis et conditionné à une demande d’aide formelle de la part des États qui en auraient besoin ainsi qu’à des rachats de dette complémentaires du Mécanisme européen de stabilité (MES), le pare-feu de la zone euro, cette fois directement lors de l’émission. (weiterlesen …)

Euro-Kläger: “EZB wie ein Diktator”

12. Juni 2013 | von Die Redaktion

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Euro-Kläger Markus C. Kerber kritisiert deutlich die Anleihekäufe als monetäre Staatsfinanzierung und sieht dass die Verfassungsrichter der Bundesbank Argumente liefern könnten, sich den Käufern zu verweigern. In einem Interview der “WirtschaftsWoche” äußerte Kerber, dass die Karlsruher Richter in den mündlichen Verhandlungen Herrn Asmussen recht eindringlich und kritisch gefragt haben, welche Folgen die Anleihekäufe für die Stabilität der Preise hätten, welche Belastungen von ihnen für den  Bundeshaushalt ausgingen und welche Folgen sie für die Glaubwürdigkeit der europäischen Geldpolitik hätten. (weiterlesen …)

Verhandlungen in Karlsruhe ESM-Klage: Kompetenzen der EZB auf dem Prüfstand

12. Juni 2013 | von Die Redaktion

Das Bundesverfassungsgericht prüft derzeit, “inwieweit” die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Kompetenzen überschritten hat und der dauerhafte Euro-Rettungsfonds (ESM) gegen das Grundgesetz verstößt. Ein Schlagabtausch.

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Im weltweit beachteten ESM-Prozess prüft das Bundesverfassungsgericht derzeit, ob die umstrittenen Notmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) gegen das deutsche Grundgesetz und den EU-Vertrag verstoßen. Zum Auftakt der mündlichen Verhandlung, stellte Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle am Dienstag (11. Juni) nicht die Frage, “ob”, sondern “inwieweit” die Europäische Zentralbank Kompetenzen beanspruche, die ihr nicht übertragen worden seien. (weiterlesen …)

In Germania si alza lo scontro sulla Bce. Fmi e Lagarde in difesa di Mario Draghi

12. Juni 2013 | von Die Redaktion

I falchi del rigore affondano i loro attacchi sulla legittimità delle Omt. Per Weidmann devono essere limitate, per Sinn il rischio per i contribuenti tedeschi è salito a 1.363 miliardi. Il numero uno del Fondo monetario: “La Banca centrale ha salvato l’euro”

dal nostro corrispondente ANDREA TARQUINI

BERLINO – E’ stato segnato dal contrattacco dei falchi il secondo giorno di udienze della Corte costituzionale federale sulla legittimità delle Outright monetary transactions (Omt, cioè la decisione della Eurotower imposta da Draghi, appoggiata da Angela Merkel ma osteggiata dalla Bundesbank) di intervenire se necessario con liquidità illimitata acquistando sui mercati secondari i titoli sovrani dei paesi dell’Eurozona in crisi. “Sono a favore di una sentenza della Corte che limiti almeno questa pratica”, ha detto ai giudici il presidente della Buba, Jens Weidmann, che appare sempre più come il più brillante, autorevole e pericoloso ideologo del partito del rigore ultraordodosso. “I rischi per i contribuenti tedeschi sono già ora per almeno 1.361 miliardi”, ha incalzato l’influente economista Hans Werner Sinn, presidente dell’istituto Ifo di Monaco. (weiterlesen …)