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Der Kampf um den Lissabon Vertrag
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Souveränität und Konkurs
 

Europolis: ein deutscher Beitrag zur europäischen Ordnungspolitik

Ein think tank mehr unter den vielen Instituten in Brüssel, die sich in der geistigen Nähe der Kommission tummeln und weniger wertegebunden als interessengeleitet zur Legitimation der europäischen Integration durch die Kommission beitragen?

Nein!

Obschon der europäischen Einigungsidee zutiefst verpflichtet, will Europolis einen Kontrapunkt zur real existierenden Governance der EU-Institutionen setzen. Dieser ist überfällig in einem System der Rechenschaftslosigkeit innerhalb einer Euro-Klasse, die sich im Namen der europäischen Integration berechtigt und verpflichtet sieht, den selbstständigen Integrationsprozess zu treiben und zu lenken. Währenddessen hat sich das größte Mitgliedsland, Deutschland, als Gestalter und Beweger, verabschiedet.

Wer einen Governancewechsel in Europa will und in diesem Zusammenhang auch die administrative Qualität der Kommission verbessern möchte, steht natürlicherweise in schroffer Opposition zur französischen Politik und zu den frankreichnahen Instituten mit prestigeträchtigen Namen wie Robert Schuman, Jean Monet, Bruegel. Sie alle wollen service public statt Wettbewerb, Protektionismus und Industriepolitik statt Vollendung des Binnenmarktes, Strukturpolitik und Regionalbeihilfen statt Wettbewerb der Regionen. Europolis hat ordnungspolitisch andere Ambitionen:

    -         mehr Wettbewerb wagen,
   
-         die Stabilität von Währung und Preisen institutionell sichern,
   
-         die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen voranbringen,
   
-         der Subsidiarität Priorität verleihen.

Indessen will Europolis es nicht unterlassen, dort Impulse zu geben, wo der Lissabon-Vertrag in Stillstand verharrt: der europäischen Verteidigungspolitik. Ihr muss endlich Bahn gebrochen werden.

Europolis ist eine deutsche Initiative für europäische Ordnungspolitik. Das bedeutet vor allem: Wir sind eine Bühne für das gesamte europäische Meinungspluriversum, welches aus der Erweiterung der EG Mitteleuropa hat wieder entstehen lassen. Denn die Vollendung des ökonomischen Binnenmarktes ist ohne den Wettbewerb der Ideen nicht möglich. Und dieser findet mitten in Europa zwischen Stockholm und Palermo, Brest und Warschau, Lissabon und Helsinki statt. Schon deshalb ist die Idee einer Mittelmeerunion anti-europäisch, widersprüchlich und gefährlich.

>>> Version française du texte

     
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